Aus der Chronik des

KKHT Schwarz-Weiß 1920  e.V.

Teil 1 (von der Gründung bis 1944)Teil 2 (1945-1995Teil 3 (1996 bis heute)


Wurzeln im Cölner Hockey Club 1906:
Von der Gründung bis zum Ende des 2. Weltkrieges

Die alte Klubanlage an der Riehler Straße, die der AUffahrt zur Mülheimer Brücke weichen mussteAls zu Beginn des Jahrhunderts der Hockeysport auch im Rheinland Einzug hielt, war eine Reihe ehemaliger Fußballspieler, von dieser neuen Sportart so begeistert, dass sie den „Cölner Hockey Club 1906" gründeten. Sie nahmen auch gleich Kontakt mit schon bestehenden oder zu ebenfalls in der Gründung stehenden Vereinen der benachbarten Städte Düsseldorf, Krefeld, Aachen, Bonn und Koblenz auf. Die Männer der ersten Stunde waren die Herren J. Pauly (1 .Vorsitzender), Dr. F.W. Esser, Dr. Weindel, Dr. Giesen, Architekt Goergens, Richard Marum, Arthur Kaminski, Dr. Reuver und Robert Hunzinger.
Zu dieser Zeit war der Hockeysport noch etwas ganz Neues und weitgehend unbekannt, so dass von den bestehenden Vereinen nur unter größten Schwierigkeiten einsatzbereite Mannschaften aufgestellt werden konnten.
Schon im Jahre 1910 wurde unter Leitung von Arthur Kaminski ein weiterer Hockeyclub gegründet, der sich überwiegend aus Handelshochschülern und -Schülerinnen zusammensetzte, der „Rheinische Hockey Club". Beide Vereine waren alleine nicht lebensfähig, so dass sie sich im Jahre 1913 unter dem Namen „Cölner Rheinischer Hockey Club" vereinigten. Karfreitag 1913 spielte dieser Club im Weidenpescher Park gegen den Pariser Hockeyclub, was für Köln eine Sensation war. Das Spiel wurde von zahlreichen Sportfreunden besucht. Leider bestand dieser Club nur zwei Jahre bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges.
Während des Ersten Weltkrieges ruhte der gesamte Sportbetrieb. Aber schon im Winter 1918/1919 wurde der „Cölner Rheinische Hockey Club" unter der Leitung von Otto Scheib wieder zum Leben erweckt. Zweiter Vorsitzender war Arthur Kaminski, Spielführer der Herrenmannschaft Albert Scheib. Die Verhälnisse waren nun besser als vor dem Krieg. Viele neue Hockeyspieler kamen von auswärts nach Köln und traten dem Club bei. Im Laufe von zwei Jahren zählte der Club somit nahezu 100 Mitglieder. Auch eine Damenmannschaft wurde in dieser Zeit aufgestellt, die unter der Leitung von Frau Engels bald in die Spitze der spielstarken Damen-Hockey-Clubs aufrückte.

Gründung des KKHT

Nach einiger Zeit entstanden Meinungsverschiedenheiten über die Führung des Vereins. Während ein Teil der Mitglieder die Aufnahme neuer Mitglieder nur aus sportlichen Gründen befürwortete, standen andere auf dem Standpunkt, das eine gewisse Auslese vorgenommen werden müsste. Darüber kam es zu erheblichen Auseinandersetzungen, die den Klub im Spätsommer 1920 in zwei Lager teilten. Eine Gruppe gründete unter der Führung von Arthur Kaminski den „Rot-Weiß Klub", der sich später mit dem „Stadion Club Grün-Weiß" zum „Kölner Tennis- und Hockey Club Stadion Rot-Weiß e. V." zusammenschloss. Die andere Gruppe gründete den „Schwarz-Weiß Klub".


Hockey vor vielen Jahrzehnten mit Torwart Klaus (Bub) DieserAm 2O. September 1920 trafen sich neun Herren im Seglerzimmer des „Kölner Rudervereins von 1877, um die Gründung dieses neuen Klubs durchzuführen. Sie gaben ihm den Namen „Kölner Klub für Hockey-und Tennissport Schwarz-Weiß, 1920 e.V. und legten das (in den letzten Jahren leicht veränderte) Emblem fest. Folgende 10 Herren sind somit als die eigentlichen Gründer des KKHT zu betrachten: Dr. Eduard Dormagen, Ernst Moll, Albert Froitzheim, Heinrich Nöcker, Walter Funke-Kaiser, Albert Scheib, W. Kleinenbroich, Hans Scheib, F.C. Lechner, Otto Scheib.
Aus dem zunächst reinen Hockeyklub früherer Jahre war ein Hockey- und Tennisklub geworden. Als 1. Vorsitzenden hatte man Otto Scheib gewählt.
Der Grundstein war gelegt, aber noch fehlte der notwendige Mittelpunkt des sportlichen und gesellschaftlichen Lebens, ein eigenes Klubgelände. Die Tennisspiele mussten zunächst auf den Plätzen der Rheinterrasse, später auf denen der Sportfreunde 93 an der Riehler Straße, ausgetragen werden. Da über diese Plätze auch noch anderweitig verfügt wurde, konnten sie nicht einmal an allen Tagen benutzt werden. Die Hockeyspieler mussten sogar bis zu den Poller Wiesen ziehen, um ihren „Krummstock" schwingen zu können.
Ernst Moll, der in diesen Jahren einer der besten Hockey- und Tennisspieler des Klubs war, berichtete, dass sich trotz aller Schwierigkeiten ein nettes, sportliches und gesellschaftliches Leben entwickelte. In der Stadt wurden kleine Tanzabende arrangiert, auf den Plätzen eifrig gespielt. Dem Stadtverordneten Kunibert Ochs, der im Jahre 1921 erster Vorsitzender des Klubs war, gelang es, von der Firma Weiler Ter Meer das Sportgelände an der Riehler Straße, dort, wo später das Riehler Freibad war, zu pachten. Die Anlage umfasste drei Tennisplätze, einen Hockeyplatz und eine Bretterbude, die jedoch bald durch ein Holzhaus mit einem winzigen Büro, Umkleideräumen und Duschen ersetzt wurde.
Die Hockeyabteilung kann eine 1. Herrenmannschaft, eine 1. Damenmannschaft, eine 2. Herrenmannschaft und eine gemischte Damen/Herrenmannschaft aufstellen.
Die Durchführung eines internationalen Tennisturniers mit den deutschen Spitzenspielern Frau Friedleben, Otto Froitzheim und Oskar Kreutzer rückte auch Schwarz-Weiß in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Der Klub erlebt dadurch einen starken Zustrom von Tennisspielern.
1923 kamen erst ein vierter und später ein fünfter Tennisplatz hinzu. 1927 wurde sogar schon eine neben den Tennisplätzen liegende Fabrikhalle zu einem Hallentennisplatz umgebaut.
Das gesellschaftliche Leben des Klubs spielte sich zu nächst ausschließlich in verschiedenen Kölner Gaststätten ab. Da dieser Zustand die Mitglieder auf Dauer nicht befriedigte, suchte der damalige Vorsitzende Alex Döhmer nach einem ständigen Domizil. Er fand es im Kölner Automobilklub, dessen Gäste die Schwarz-Weißen wurden. Große Veranstaltungen wurden im schönen Rokokosaal des damaligen Hotels Disch und in den Räumen des Hotels Monopol durchgeführt. Ernst Moll berichtete über diese Zeit, „dass sie seit der Gründung wohl die schönste Zeit des Klubs war. Die Mitgliederzahl war nicht zu groß, man war wie eine einzige Familie und hatte einen Eduard Leutgen, Mitautor der Chronik des KKHT Schwarz-WeißZusammenhalt, wie man ihn selten findet und um den der KKHT Schwarz-Weiß allerorts beneidet wurde. Es wurde gefeiert, man war fröhlich und trotzdem herrschte eine eiserne Sportdisziplin." Sie begründete den stetigen sportlichen Aufstieg in den folgenden Jahren. Durch zahlreiche sportliche Veranstaltungen wurde der Klub in der Öffentlichkeit immer bekannter, was zur Freude von Dr. W. Dahmann, dem damaligen Tennisspielführer, zu einem starken Zustrom von Tennisspielern führte.
Es würde Bücher füllen, über alle bedeutenden und wichtigen Ereignisse und Begebenheiten im Laufe der Jahre ausführlich zu berichten.
Es sei deshalb gestattet, die Geschichte des KKHT Schwarz-Weiß ab 1924 in chronologischer Kurzform darzustellen.
Eduard Leutgen (Bild)

20.9.1920

Gründung des Klubs durch die folgenden zehn Herren:
Dr. Eduard Dormagen, Albert Froitzheim, Walter Funke-Kaiser, W. Kleinenbroich, E C. Lechner, Ernst Moll, Heinrich Nöcker, Albert Scheib, Hans Scheib und Otto Scheib.

Diese Herren geben dem Klub den Namen: „Kölner Klub für Hockey- und Tennissport Schwarz-Weiß 1920 e.V." Eine eigene Anlage steht noch nicht zur Verfügung. Tennis gespielt wird zunächst auf den Plätzen der Rheinterrasse, dann auf der Anlage der Sportfreunde 93 an der Riehler Straße. Die Hockeyspieler benutzen den Platz auf den Poller Wiesen.

1921

Übernahme des Sportgeländes an der Riehler Straße, dort, wo heute das Riehler Freibad und die große Verkehrskreuzung ist. Die Anlage umfasst drei Tennisplätze, einen Hockeyplatz und zunächst eine auf einsamer Höhe stehende Bretterbude, die jedoch bald durch ein Holzklubhaus mit einem winzigen Büro, Umkleideräumen und Duschen ersetzt wird. Die Hockeyabteilung kann eine 1. Herrenmannschaft, eine 1. Damenmannschaft, eine 2. Herrenmannschaft und eine gemischte Damen/Herrenmannschaft aufstellen.

Klubanlage an der Riehler Straße vor 1930

1922

Durchführung eines internationalen Tennisturniers mit den deutschen Spitzenspielern Frau Friedleben, Otto Froitzheim und Oskar Kreutzer. Durch diese Veranstaltung rückt Schwarz-Weiß in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. In der Folge erlebt der Klub einen starken Zustrom von Tennisspielern. Auf Mr. Turner, einen verabschiedeten englischen Offizier, der 1921 das Training leitete, folgt 1922 der bekannte Kölner Tennislehrer Martin Duchateau, der für viele Jahre die Spielstärke der Schwarz-Weißen prägen sollte.

1923 besuchte der Deutsche Tennismeister Otto Froitzheim die damals noch bescheidene KKHT-Anlage an der Riehler Straße

1923

Ein vierter Tennisplatz kommt hinzu, kurz darauf ein fünfter. Das gesellschaftliche Leben des Klubs spielt sich zunächst in verschiedenen Kölner Gaststätten ab. Man knüpft Verbindungen mit dem Kölner Automobilklub an und ist dort sehr oft zu Gast. Mit diesem Klub werden in den Folgejahren auch gemeinsam große Veranstaltungen im schönen Rokokosaal des Hotels Disch und in den Räumen des Hotels Monopol durchgeführt, besonders zu Neujahr und zu Karneval.

Fräulein Lulu Hartmann, Klubmeisterin, mit Partner??

1924

Walter Funke-Kaiser übernimmt die Leitung der stagnierenden Hockeyabteilung und sorgt mit viel Idealismus und der ihm eigenen Tatkraft für neuen Auftrieb.

1926

Erstes Aufeinandertreffen der 1. Hockeymannschaften von Schwarz-Weiß und Rot-Weiß. (Beide Klubs waren vor 1920 im Kölner Rheinischen Hockeyklub vereinigt gewesen).

1927

Ein sechster Tennisplatz wird als M-Platz gebaut, direkt hinter dem Klubhaus. Die neben den Tennisplätzen liegende Fabrikhalle wird zu einem Hallentennisplatz umgebaut. Außerdem steht eine ehemalige Pionierbaracke am Kuhweg zum Hallentraining zur Verfügung.

1927-29

Durch den Bau der Mülheimer Brücke muss die mühsam errichtete Klubanlage aufgegeben werden. Als Entschädigung wird von der Stadt Köln das Gelände am Kuhweg zur Verfügung gestellt mit einem Zuschuss zum Bau von acht Tennisplätzen und drei Hockeyplätzen. Nach den Plänen Otto Scheib's und Ulrich Pohl's wird das Klubhaus im modernsten Stil errichtet. Während der mehrjährigen Bauarbeiten ist der Spielbetrieb empfindlich gestört; die neuen Tennisplätze werden nach und nach erst fertig, die alten sind nur noch teilweise bespielbar.
Hockey wird während dieser Zeit auf dem Schwerathletikplatz im Stadion gespielt.

Als die Krummstöcke wirklich noch krumm warenAls "Krummstöcke" noch richtig krumm waren...

1931

Die neue Klubanlage am Kuhweg erfährt im Sommer innerhalb eines glänzenden Sommerfestes ihre Einweihung. Mit der hervorragend geplanten neuen Anlage
kommt spürbarer Aufwind in das Klubgeschehen. In der Folgezeit entwickelt sich ein reger Spielbetrieb mit Klubkämpfen beider Abteilungen, vorwiegend im westdeutschen Raum. Im eigenen Klubhaus wird manches schöne Fest veranstaltet. Das Schwarz-Weiß-Winterfest im „Exelsior" zählt zu den namhaften gesellschaftlichen Veranstaltungen Köln's.

1936

Fusion mit dem Mülheimer HTC. Besonders der Hockeyabteilung kommt diese Fusion zugute. Schwarz-Weiß besitzt eine Reihe spielstarker Mannschaften, sowohl im Hockey wie auch im Tennis.

1938

Irmgard Schellhardt, bis dato im KHC Kölner Hockeyclub spielend, wird Schwarz-Weiß-Mitglied anlässlich des Übergangs vom KHC in den Blau-Weiß. Als überragende Hockeyspielerin und beliebte Sportlerin zieht sie weitere hockeyspielende Schülerinnen mit in unseren Klub.

1939

1. Hockeymannschaft Sieger bei der Kölner Stadtmeisterschaft gegen Rot-Weiß. Bis zum Kriegsanfang hatte der Klub einen erstaunlichen Aufschwung genommen. In beiden Abteilungen wurde guter Sport betrieben. Trainer der Hockeyabteilung war in diesen Jahren Martin Duchateau. Der Tennisabteilung stand in Fritz Schlüter ein sehr spielstarker Trainer zur Verfügung.

1940

Im Herbst können noch drei Hockey-Mannschaften in Hamburg einen Klubkampf austragen.

1941

Mit dem Beginn des Bombenkrieges wird auch der Sportbetrieb im Schwarz-Weiß immer weniger. Auf dem Dach des Klubhauses ist eine Flakstellung aufgebaut.

1942

Mitte des Jahres werden die Klubräume beschlagnahmt, und eine bombengeschädigte Versicherungsgesellschaft wird hier eingewiesen.

Nach dem Krieg aus den Trümmern gerettet: altes SilbertablettAus den Trümmern gerettet: Silbertablett des Tennissportwartes

1944

Ein Bombenteppich, welcher der Mülheimer Brücke gelten sollte, trifft das Klubhaus und die Sportplätze. Mehr als 50 schwere Bombeneinschläge verwandeln die Schwarz-Weiß-Anlage in ein mit Bombentrichtern übersähtes Trümmerfeld.

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